Über uns

Geschichte des Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e. V.

„Sie können in Deutschland keinen Liter Milch kaufen, ohne dass draufsteht, was drin ist. Aber es gibt Seminare, die die Psyche des Menschen elementar verändern, ohne dass die Anbieter sagen müssen, welche Ausbildung sie haben, welche Methoden sie anwenden, welches Ziel ein Seminar hat und wie viele Seminare ich brauche, um das Ziel erreichen zu können.“ Diese Aussage von Renate Rennebach, 1996, Mitglied der Enquete-Kommission des deutschen Bundestags „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ kennzeichnet eine Situation, die in Teilen des Weiterbildungsmarktes bisweilen auch heute noch zutrifft.

Als Reaktion auf eine in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahren eingebrachte Gesetzesinitiative zum sogenannten „Lebensbewältigungshilfegesetz“ (LebeG) fanden sich 1997 elf Fach- und Methodenverbände, sowie weitere Organisationen der Weiterbildungsanbieter zum Kooperationstreffen der Weiterbildungsorganisationen zusammen. Herausragende Ziele waren u. a.

            -die Qualität werteorientierter Arbeit in der Weiterbildung zu fördern

            -für mehr Transparenz im Markt der Weiterbildung einzutreten und

            -ein Höchstmaß an Integrität der in diesem Markt tätigen Anbieter zu sichern.

Damit war den Mitgliedsorganisationen wichtig, zuerst eine Institution zu schaffen, die Weiterbildner in ihrem Bemühen um werteorientierte Seminar- und Beratungsarbeit unterstützen kann. So entstand nach drei Jahren sehr fruchtbarer Zusammenarbeit im Oktober 2000 als erstes sichtbares Ergebnis das Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e.V. (FWW), das für den Markt der Weiterbildung durchaus als bahnbrechend bezeichnet werden kann.

Als Fundament dieser Dachorganisation wurde unter fachlicher Beratung von Juristen, Politikern, Theologen und Mitgliedern verschiedener Institutionen der Berufskodex für die Weiterbildung geschaffen. Mit seiner Präambel und sechs Artikeln gilt er bis heute als Basis zur Werteorientierung für das Denken und Handeln der in der Weiterbildung tätigen Menschen, sowohl bei den Anbietern als auch bei Nachfragern. Trainer, Coaches und Berater werden angehalten, sich auf diesen beruflichen Ethikkodex zu verpflichten. Damit diese Verpflichtung auch Wirkung zeigen kann, schuf das Präsidium im Jahr 2001 das Siegel Qualität Transparenz Integrität,

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mit dem Weiterbildner die Verpflichtung ihren Kunden gegenüber auch dokumentieren können. Zur Glaubwürdigkeit dieser Selbstverpflichtung haben sich die Siegelträger verpflichtet, sich im Konfliktfall einem Beschwerdeverfahren zu stellen. Hierzu wurde eine Beschwerdestelle gegründet, die auf Anrufung zusammentritt und nach Maßgabe einer Beschwerdeordnung im Rahmen einer freiwilligen Selbstkontrolle Verfehlungen ahnden kann. Für größere Streitfälle ist der Beschwerdestelle darüber hinaus im Rahmen der ordentlichen Gerichtsbarkeit das Schiedsgericht der Weiterbildungswirtschaft angeschlossen.

Zur ideellen und finanziellen Unterstützung des Verbandes wurde im Jahr 2006 für Unternehmen und gesellschaftliche Institutionen die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft geschaffen.

Derzeit vertritt das FWW als Dachverband 15 Vereine und Organisationen mit insgesamt über 15.000 Trainern, Coaches und Beratern in allen Fragen der werteorientierten Weiterbildung und Beratung.

Von den gleichen elf Gründungsorganisationen wurde im Jahr 2002 der Dachverband der Weiterbildungsorganisationen e.V. (DVWO) als Schwesterverband zur Vertretung der Interessen der Weiterbildungsanbieter gegenüber Politik und Wirtschaft gegründet.